Willkommen bei der SPD Gottmadingen.

 

Wo stehen wir mit der Energiewende?

Veröffentlicht in Allgemein

Die Klimakonferenz von Paris war ein Meilenstein auf dem Weg zur dringend notwendigen weltweiten Energiewende, auch wenn in der Umsetzung noch vieles schief gehen kann.  Ein großer Teil der Umsetzung muss vor Ort passieren, in den Gemeinden. Stellen wir uns die Frage: Wo steht die Energiewende im Hegau? Es gibt im Hegau inzwischen mehrere große Solarparks, meist von der Bürgergesellschaft „Solarcomplex“ betrieben. In Gottmadingen sind alle geeigneten Dächer, die der Gemeinde gehören, mit Photovoltaik genutzt. Da auch viele Private investiert haben, ist Gottmadingen in der „Solar-Kreisliga“ ganz vorne mit dabei. In Zukunft wird vor allem die Eigennutzung des Solarstroms vom Dach interessant. Man kann heute Solarstrom auf dem Dach für 12 Cent erzeugen, also für die Hälfte dessen, was der Strom vom E-Werk kostet.

Bei der Nutzung der Windenergie stehen wir dagegen im Hegau ganz am Anfang. Ein erster Windpark wird voraussichtlich 2017 in Wiechs am Randen ans Netz gehen. Weitere vom Wind her geeignete Standorte kollidieren im Hegau oft mit dem Naturschutz, insbesondere mit geschützten Vogelarten. Aus diesem Grund hat die Verwaltungsgemeinschaft Gottmadingen die Pläne für Windräder auf dem Gailinger Berg aufgeben müssen. Gut aufgestellt sind wir im Hegau dagegen bei den „Bioenergiedörfern“, die sich praktisch vollständig selbst mit Strom und Wärme versorgen.  Mauenheim war landesweit das erste „Bioenergiedorf“, inzwischen gehören auch Randegg, Büsingen, Weiterdingen und Schlatt a.R. dazu und laufend entstehen neue. 

 

Aber es geht nicht nur um die Nutzung der erneuerbaren Energien. Genauso wichtig ist, den Energieverbrauch zu senken. Neue Häuser brauchen nur noch einen Bruchteil der Energie, die ältere Häuser verschlingen. Überall sieht man heute, wie Altbauten saniert werden. Vorbildlich arbeitet auf diesem Gebiet z.B. die Hegau Baugenossenschaft in Singen. Bei der Gemeinde Gottmadingen ist es heute Standard, dass bei Sanierungen von Gebäuden immer auch der Wärmeschutz verbessert wird. Neubauten werden in Passivbauweise, also noch einmal deutlich energiesparender als die gesetzlichen Anforderungen, ausgeführt. Die Straßenbeleuchtung wird zügig auf LED-Lampen umgestellt.

 

Für eine qualifizierte Erstberatung der Bürger in allen Energiefragen gibt es heute die „Energieagentur Konstanz“ mit Sitz in Radolfzell. Sie befasst sich in besonderem Maße auch mit der Förderung der Elektromobilität. Der Verkehrsbereich ist bis jetzt die Achillesferse der Energiewende. Hier wurde in den letzten 20 Jahren unter dem Strich nichts erreicht. Die Motoren sind zwar viel sparsamer als damals, aber dieser Effekt wurde völlig aufgefressen dadurch, dass die Autos größer, schwerer und PS-stärker geworden sind. Die Bundesregierungen haben leider bisher auf die Auto-Lobbyisten gehört und tatenlos zugesehen. Einige Gemeinden, aber auch Unternehmen, wollen jetzt Vorreiter sein und schaffen Elektroautos an. Gottmadingen will 2016 ein solches Gefährt für den Bauhof in Betrieb nehmen.

 

Es gibt immer noch Leute, die versuchen, die Energiewende schlecht zu reden. Fakt ist aber: Das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) – erfunden von Hermann Scheer (SPD) - hat entscheidend dazu beigetragen, dass die erneuerbaren Energien so billig geworden sind, dass sie heute weltweit konkurrenzfähig sind. Die Energiewende ist nicht mehr aufzuhalten.  Als nächstes brauchen wir  jetzt Fortschritte in der Technologie zur Speicherung von Energie. Das sind verbesserte Batteriesysteme, vor allem aber die „power-to-gas“-Technik, bei der überschüssiger Wind- oder Solarstrom in Methangas umgewandelt wird, das dann im Erdgasnetz gespeichert werden kann. Erste Pilotanlagen laufen bereits. Bei uns in Gottmadingen sollten wir auf dem bisherigen Weg weiter machen: Kein großen Sprüche oder Prestigeprojekte, aber konsequent im laufenden Geschäft alle Chancen für Energieeinsparungen und erneuerbare Energien nutzen.

 

Eberhard Koch

Umweltbeauftragter der Gemeinde Gottmadingen