Klimaneutrale Schiffe werden noch lange nicht ablegen
Veröffentlicht am 17.03.2025 in Landespolitik
Bild: Gabriele Lässer @pixabay
Die Schifffahrt auf dem Bodensee soll klimaneutral werden. Dieses Ziel will die Landesregierung verfolgen, solange Baden-Württemberg an der Spitze der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) steht. Doch wie konkret arbeitet das Verkehrsministerium an der Umsetzung dieser Ziele? Dazu hat der Landtagsabgeordnete Hans-Peter Storz (SPD) im Landtag nachgefragt. Die Antworten der Staatssekretärin Elke Zimmer sind aus Sicht des Landtagsabgeordneten aus Singen enttäuschend. Denn außer einem neuen Gutachten seien keine konkreten Maßnahmen absehbar. „Das ist bekannter grün-schwarzer Regierungsstil: Schöne Überschriften versuchen Stillstand zuzudecken.“
Für das Ziel der klimaneutralen Schifffahrt liegt bereits seit 2023 eine Machbarkeitsstudie vor. Das Land will nun in einer ergänzenden Studie ermitteln, mit welchen technischen und infrastrukturellen Maßnahmen dieses Ziel erreicht werden kann. Dabei sollen sowohl die gewerbliche Schifffahrt wie die Fähren und die Fahrgastschiffe als auch die Freizeitschifffahrt in den Blick genommen werden. Besondere Aufmerksamkeit solle auf die Potentiale der Elektroantriebe gelegt werden, berichtete Zimmer.
Storz macht auf die Probleme des Zeitplans aufmerksam: Erst zum Jahresende 2025 werde die Studie nach Regierungsangaben vorliegen. „Dann gibt Baden-Württemberg den IBK-Vorsitz wieder ab. Abitioniert sieht anders aus.“ Denn außer einer Einigung, in welchem Jahr die Bodensee-Nachbarn klimaneutrale Schiffe haben wollen, werde der IBK-Vorsitz keine große Ergebnisse haben, kritisiert Storz.
Obwohl gerade Verkehrsminister Hermann bei jedem seiner Besuche am Bodensee von klimaneutralen Schiffen rede, habe das Ministerium noch keine Überlegungen, wie eine Umrüstung der Fähren oder der Fahrgastschiffe finanzierbar sei, so Storz. „Das ist unseriös.“ Dabei gebe es Vorbilder, beispielsweise aus Schweden, wo Elektrofähren bereits erfolgreich in Betrieb seien.
Lautes Schweigen herrsche auch im Bereich der Freizeit-Schifffahrt, so Storz. Bereits seit Jahren gebe es Überlegungen, unter anderem durch die Initiative HEUREKA Lago, mit welchen Initiativen der Wechsel von diesel- auf elektrobetriebene Freizeitschiffen vorangetrieben werden könne. Deswegen reiche es nicht aus, bis zum Jahresende neue Gutachen-Ergebnisse abzuwarten und erst dann zu überlegen, was getan werden soll. Bitteres Fazit des Landtagsabgeordneten: „Am Bodensee geht es noch lange, bis klimaneutrale Schiffe ablegen.“